'Das nicht austrocknende Blut auf dem Père-Lachaise. Das Mädchen kauernd, die Hände vor dem Gesicht, in Pompeji. Anton Donat, den Fuß in der Tür, es darf nur gewußt werden, was erlaubt ist zu wissen. Als wir das letztemal Brot im eigenen Backofen buken. Als der Krieg zu Ende war und ich dachte: Nun haben die Menschen gewonnen.' S. 89f
Ein wirklich großartiges Buch und ich bin immer wieder erschrocken wie aktuell es noch ist.
Veröffentlicht wurde es 1976 von Jurij Brězan und die DDR war sich wohl nicht sicher, ob sie es verbieten lassen sollen oder nicht.
Das große Oberthema sind die Risiken von Biologie und Genetik.
Der Protagonist der Geschichte ist Jan Serbin, der bei seinen Forschungen die Gene des Menschen entschlüsselt hat und weiß, wie man sie verändern kann; wie zB Gliedmaßen wieder nachwachsen können, der Krebs geheilt werden kann und Gehirne neu eingerichtet werden können.
Sein Kontrahent ist Lorenzo Ceballo, der ebenfalls auf der Suche nach dieser Formel ist, allerdings weniger edle Motive hat.
Denn damit kann auch das Gegenteil erzeugt werden und so ist sich Jan Serbin nicht sicher, ob er seine Erkenntnisse der Welt zugänglich machen soll oder nicht und da kommt Krabat ins Spiel.
Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, wendet er seine Entdeckung auf sich selbst an und wird zur vernünftigsten und moralischsten Person, die er kennt: Krabat.
Einige kennen vielleicht die sorbische Legende über den Betteljungen, der nach dem 30-Jährigen Krieg in die Lehre bei einem Müller geht, der die Schwarze Magie beherrscht.
Neben dem Müllerhandwerk bringt er den Lehrlingen auch die Zauberkunst bei, dafür muss allerdings jedes Jahr einer sterben, damit der Müller unsterblich bleibt.
Krabat fordert den Müller zu einem Duell heraus und gewinnt, anschließend entsagt er der Magie.
In diesem Buch wird er als Sinnbild gebraucht für das Vernünftige und Moralische, als Gegenspieler haben wir hier nicht den Müller sondern Graf Wolf Reißenberg mit dem Immermehr und dem Niegenung.
Die beiden Realitäten verschwimmen ineinander; Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft sind nicht mehr klar definiert; Träume, Legenden und Parabeln werden zu einer Geschichte.
Ich will es nicht verheimlichen: Das Buch ist schwerer Lesestoff, aber es lohnt sich.
Erwartet nur keine gradlinige Erzählung mit klar definierten Protagonisten, mit einem Anfang und einem Ende.
Die Geschichten in der Geschichte sind voller Erkenntnisse und Symbole: Der Wasserwächter, der den Preis für Wasser erhöht, woraufhin die Leute rebellieren, sodass er sie mit Wasserwerfen vertreiben muss, woraufhin der Preis für Wasser erhöht wird; die Stadt der Augenlosen und der Einäugige Bettler; Ratten ohne Selbsterhaltungstrieb, die spielen bis sie sterben; der Genral der seine Soldaten verkauft um Waffen kaufen zu können.
Und immer die Frage: 'Soll und darf zugunsten einer nicht nur besseren, sondern endgültig kriegsvergessenen Welt, eingegriffen werden in die Gene, die Erbbotschaften der Menschen?'
'Anton Donat hatte richtig gehört, er sagte mit einem ganz vorsichtigen Nachdruck, natürlich wirst du uns die Kristalle... liefern oder ausliefern, es war nicht ganz klar, was er sagte. Wir machen die Menschen so klug, daß sie keine Dummheiten mehr begehen können.
Ich meinte, sagte Jan Serbin zum König, wir, irgendein Wir, auf der einen und ,,die Menschen" auf der anderen Seite, darin liegt der ganze Schrecken für mich.' S. 158
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Sonntag, 10. August 2014
Mittwoch, 29. Januar 2014
Besprechung - The Twilight Watch [Sergei Lukyanenko]
Wer es nicht noch nicht weiß, dem erzähle ich es jetzt: ich lese gerne und viel :D
Ab und an werde ich euch mal eine "Buchbesprechung" hier lassen.
Ich versuche keine Kritik daraus zu machen, sondern will euch einfach nur das ein oder andere Buch vorstellen, das ich grade gelesen und für gut befunden habe ^^
Den Anfang macht The Twilight Watch von Sergei Lukyanenko.
Ich lese Bücher auch gerne in englisch, dieses habe ich aber auch auf deutsch gelesen, der Titel hier: Wächter des Zwielichts.
Es ist der dritte Band der Wächter Reihe: Band 1 The Night Watch [Wächter der Nacht] und Band 2 The Day Watch [Wächter des Tages].
Lukyanenko schafft wie Joanne K. Rowling und ihre Harry Potter Bücher, in den bis jetzt 5 Wächter-Bänden eine alternative Welt zu unsere, in der neben den normalen Menschen noch die Anderen existieren. Darunter fallen Werwölfe, Vampire, Hexen, Magier, Gestaltwandler; die sich wiederum in drei Organisationen teilen: Die Lichten (Nachtwache), die Dunklen (Tagwache) und ehemalige, die nun zur Inquisition gehören.
Ein typisches Gut gegen Böse?
Bei Lukyanenko viel subtiler und cleverer.
Wir begleiten den relativ jungen Adepten des Lichts Anton Gorodetzky; jung, da er noch nicht allzu lange der Nachtwache angehört.
Zu seinen normalen Aufgaben gehört dem Nachkommen von Gesetzwidrigkeiten der Dunklen, seine Sichtweise ist klar weiß und schwarz.
Allerdings spinnen die Mächtigen über ihm Intrigen, die so weitreichend sind, das er einfach kaum eine Chance hat, dem großen und ganzen auf die Spur zu kommen..... und der Leser auch nicht, denn der ist zumeist nur so schlau wie Anton selber.
Aber so wie der Hauptcharakter sich entwickelt, aufsteigt und Schritt für Schritt vom Bauern zu einer wichtigeren Figur auf dem Brett wird, so findet man als Leser auch Gefallen daran, die Handlungsfäden der verschiedenen anderen Charaktere zu entwirren und hinter den Sinn der Wachen zu kommen.
Hier bestimmt keineswegs immer Gut und Böse das Geschehen: die Lichten manipulieren die Menschen meist aggressiver, als die Dunklen, die nur die Freiheit des Einzelnen wollen.
Die Inquisition hält sich meist raus und erscheint ab und an als mächtiger Streitschlichter auf dem Plan.
Jedes Buch teilt sich in drei Geschichten, so auch der dritte Band:
Nobody's Time [Niemandszeit]
Nachtwache, Tagwache und Inquisition bekommen eine Brief: Ein Anderer will aus einem Menschen einen Anderen machen; das sollte eigentlich unmöglich sein. Andere sind wie Mutationen, wer nicht die Veranlagung hat, kann kein Anderer werden. Und woher kennt der Absender die Existenz und Adressen der Organisationen?
Alle drei entsenden Ermittler, die zusammenarbeiten müssen.
Es stellt sich nicht die Frage, wer der Mensch ist, sondern wer der Andere, der ein solches Versprechen gegeben hat...
Nobody's Space [Niemandsraum]
Anton hat endlich einmal Urlaub...wäre da nicht die mächtige Hexe, die zwar nicht feindselig, dafür aber auch nicht registriert ist.
Zunächst lässt sich gut mit ihr plaudern, Arina hat viel in ihrem Leben erlebt.
Was Anton nicht weiß ist, das die Hexe von der Inquisition gesucht wird, da sie in die Geschichte der Welt eingegriffen hat...
Nobody's Power [Niemandskraft]
Anscheinend hat die Hexe den Wachen ein nettes Geschenk zurückgelassen, das alles verändern könnte.
Aber wo ist es hin?
Es gilt einen Dieb einzufangen, der ganz unvorhergesehene Pläne hat...
Ich mag sowohl die englische, als auch die deutsche Übersetzung vom Sprachstil her sehr.
Schade, das ich nicht in der Lange bin es im Original zu lesen, aber ich bin des Russischen nicht mächtig.
Aber es hat auch so seinen Reiz: Man merkt sofort, das man nicht bei einem westlichen Autoren ist.
Die Settings sind ganz andere, die Menschen sind ganz andere, Sitten, Gebräuche....der Osten ist ganz anders.
Es macht total süchtig ins kalte Moskau abzutauchen oder ins orientalische Samarkant oder Taschkent.
Die Geschichten überraschen einen immer wieder...Antons Rückschlüsse sind so logisch, aber er muss noch viel lernen.
Die Welt der Anderen ist vielleicht nichts neues, aber Vampire und Werwölfe als "Kanonenfutter" und "niedere Dunkle", die selbst von den eigenen Leuten wenig respektiert werden?
Die Lichten, die Lizenzen ausgeben, Erlaubnisse, damit die Dunklen töten dürfen?
Die Dunklen, die tagsüber auf Streife gehen, um Verbrechen der Lichten nach dem großen Vertrag zu ahnden?
Ich habe vor ca 6 Jahren den ersten Band gelesen und komme immernoch nicht von ihnen los.
Zum Einstimmen: Aria Kipelov - Ya Svoboden
Ab und an werde ich euch mal eine "Buchbesprechung" hier lassen.
Ich versuche keine Kritik daraus zu machen, sondern will euch einfach nur das ein oder andere Buch vorstellen, das ich grade gelesen und für gut befunden habe ^^
Den Anfang macht The Twilight Watch von Sergei Lukyanenko.
Ich lese Bücher auch gerne in englisch, dieses habe ich aber auch auf deutsch gelesen, der Titel hier: Wächter des Zwielichts.
Es ist der dritte Band der Wächter Reihe: Band 1 The Night Watch [Wächter der Nacht] und Band 2 The Day Watch [Wächter des Tages].
Lukyanenko schafft wie Joanne K. Rowling und ihre Harry Potter Bücher, in den bis jetzt 5 Wächter-Bänden eine alternative Welt zu unsere, in der neben den normalen Menschen noch die Anderen existieren. Darunter fallen Werwölfe, Vampire, Hexen, Magier, Gestaltwandler; die sich wiederum in drei Organisationen teilen: Die Lichten (Nachtwache), die Dunklen (Tagwache) und ehemalige, die nun zur Inquisition gehören.
Ein typisches Gut gegen Böse?
Bei Lukyanenko viel subtiler und cleverer.
Wir begleiten den relativ jungen Adepten des Lichts Anton Gorodetzky; jung, da er noch nicht allzu lange der Nachtwache angehört.
Zu seinen normalen Aufgaben gehört dem Nachkommen von Gesetzwidrigkeiten der Dunklen, seine Sichtweise ist klar weiß und schwarz.
Allerdings spinnen die Mächtigen über ihm Intrigen, die so weitreichend sind, das er einfach kaum eine Chance hat, dem großen und ganzen auf die Spur zu kommen..... und der Leser auch nicht, denn der ist zumeist nur so schlau wie Anton selber.
Aber so wie der Hauptcharakter sich entwickelt, aufsteigt und Schritt für Schritt vom Bauern zu einer wichtigeren Figur auf dem Brett wird, so findet man als Leser auch Gefallen daran, die Handlungsfäden der verschiedenen anderen Charaktere zu entwirren und hinter den Sinn der Wachen zu kommen.
Hier bestimmt keineswegs immer Gut und Böse das Geschehen: die Lichten manipulieren die Menschen meist aggressiver, als die Dunklen, die nur die Freiheit des Einzelnen wollen.
Die Inquisition hält sich meist raus und erscheint ab und an als mächtiger Streitschlichter auf dem Plan.
Jedes Buch teilt sich in drei Geschichten, so auch der dritte Band:
Nobody's Time [Niemandszeit]
Nachtwache, Tagwache und Inquisition bekommen eine Brief: Ein Anderer will aus einem Menschen einen Anderen machen; das sollte eigentlich unmöglich sein. Andere sind wie Mutationen, wer nicht die Veranlagung hat, kann kein Anderer werden. Und woher kennt der Absender die Existenz und Adressen der Organisationen?
Alle drei entsenden Ermittler, die zusammenarbeiten müssen.
Es stellt sich nicht die Frage, wer der Mensch ist, sondern wer der Andere, der ein solches Versprechen gegeben hat...
Nobody's Space [Niemandsraum]
Anton hat endlich einmal Urlaub...wäre da nicht die mächtige Hexe, die zwar nicht feindselig, dafür aber auch nicht registriert ist.
Zunächst lässt sich gut mit ihr plaudern, Arina hat viel in ihrem Leben erlebt.
Was Anton nicht weiß ist, das die Hexe von der Inquisition gesucht wird, da sie in die Geschichte der Welt eingegriffen hat...
Nobody's Power [Niemandskraft]
Anscheinend hat die Hexe den Wachen ein nettes Geschenk zurückgelassen, das alles verändern könnte.
Aber wo ist es hin?
Es gilt einen Dieb einzufangen, der ganz unvorhergesehene Pläne hat...
Ich mag sowohl die englische, als auch die deutsche Übersetzung vom Sprachstil her sehr.
Schade, das ich nicht in der Lange bin es im Original zu lesen, aber ich bin des Russischen nicht mächtig.
Aber es hat auch so seinen Reiz: Man merkt sofort, das man nicht bei einem westlichen Autoren ist.
Die Settings sind ganz andere, die Menschen sind ganz andere, Sitten, Gebräuche....der Osten ist ganz anders.
Es macht total süchtig ins kalte Moskau abzutauchen oder ins orientalische Samarkant oder Taschkent.
Die Geschichten überraschen einen immer wieder...Antons Rückschlüsse sind so logisch, aber er muss noch viel lernen.
Die Welt der Anderen ist vielleicht nichts neues, aber Vampire und Werwölfe als "Kanonenfutter" und "niedere Dunkle", die selbst von den eigenen Leuten wenig respektiert werden?
Die Lichten, die Lizenzen ausgeben, Erlaubnisse, damit die Dunklen töten dürfen?
Die Dunklen, die tagsüber auf Streife gehen, um Verbrechen der Lichten nach dem großen Vertrag zu ahnden?
Ich habe vor ca 6 Jahren den ersten Band gelesen und komme immernoch nicht von ihnen los.
Zum Einstimmen: Aria Kipelov - Ya Svoboden
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